Ernährung
Autor: Mr. Little
Der bedeutendste Faktor bei der Ernährung, gleich ob sie der
Gewichtszu- oder abnahme dient, ist die Gesamtzahl der aufgenommen
Kalorien. Auf etwaige andere Faktoren wird im Text eingegangen.
Die Kalorie ist eine Maßeinheit für den Energiegehalt der Nahrung.
Verschiedene Nahrungsstoffe haben unterschiedliche Kalorienwerte.
Proteine und Kohlenhydrate enthalten je Gramm ungefähr 4 Kalorien,
Fette liefern 9 Kalorien je Gramm. Fette sind somit die
kalorienreichsten Nahrungsstoffe und hervorragende
Energielieferanten. Sie machen nicht wie allgemein behauptet wird
Fett sofern man auf einige einfache Regeln achtet. Wenn mehr
Kalorien zugeführt werden, als der Körper verbrennen kann, wird
der Überschuss in Form von Fett (Fettzellen) im Körper
gespeichert.
Ob dieser Überschuss als Eiweiß, Kohlenhydrat oder Fett geliefert
wird, spielt keine Rolle, die Substanzen werden gespalten und als
Reserve für den Fall gespeichert, dass der Körper mehr Energie benötigt,
als durch die Nahrung zugeführt wird. Wenn der Körper alle Nährstoffe
bekommt, die er für seine normale Funktion braucht, und wenn Sie
wenigstens die Mindestmenge der verschiedenen Nahrungsstoffe zuführen,
die zu einer bestimmten Zeit vom Verdauungsapparat und zur körpereigenen
Energiegewinnung benötigt werden, ist Fettzunahme und Fettabnahme
eine einfache Rechnung:
1 kg Körperfett besteht aus ca. 7000 Kcal. und nicht wie rein
rechnerisch aus ca. 9000 Kcal.
Zufuhr von 3500 Kalorien über den Bedarf hinaus = ½ Kg Fett
zugenommen.
Zufuhr von 3500 Kalorien weniger als benötigt = ½ Kg Fett
abgenommen.
Doch leider werden diese Faktoren bei der Ernährung meist nicht berücksichtigt;
was unerwünschte Folgen haben kann:
1. Der Körper kann beginnen, Muskelgewebe abzubauen.
2. Der Fettstoffwechsel kann beeinträchtigt werden.
3. Es kann zu Vitamin- oder Mineralstoffmangel kommen.
4. Die Energieproduktion des Körpers kann gestört sein.
5. Es können verschiedene körperliche und psychologische Symptome
auftreten.
Diese Formel kann nicht direkt auf den Muskelauf- oder Abbau
umgesetzt werden da dieser anderen Faktoren wie Training und
Erholung stärker unterliegt.
Um solche Probleme zu vermeiden, muss in jedem Diätplan (ob zur
Gewichtszunahme oder zur Gewichtsabnahme) berücksichtigt werden,
dass der Körper bestimmte Mindestmengen an Nährstoffen braucht und
dass die tägliche Kost in ihrer Zusammensetzung ausgewogen sein
muss. Letzteres wird gewöhnlich als "ausgeglichene Kost"
bezeichnet.
Durch den Verzehr eines kohlenhydrathaltigen Nahrungsmittels
entsteht im Verdauungsprozess Glucose, im allgemeinen Blutzucker
genannt. Zur weiteren Verstoffwechselung der Glucose wird Insulin
benötigt und, beim Verzehr von manchen Lebensmitteln, wird Insulin
regelrecht ins Blut ausgeschüttet. Nach Meinung von Dr. Jenkins
gibt es unterschiedliche Kohlenhydrate oder kohlenhydrathaltige
Nahrungsmittel, die nach ihrem Verzehr eine mehr oder weniger große
Menge an Insulin im Blut hervorrufen. Aus
seinen Untersuchungsergebnissen folgerte er, je näher der GI eines
kohlenhydrathaltigen Nahrungsmittels an den 100-Wert herankommt, um
so größer ist nachfolgend die Insulin-Menge im Blut mit
entsprechenden Folgen für die Fettspeicherung.
Bei Zufuhr von Zucker (= kurzkettige Kohlenhydrate) steigt der
Blutzuckerspiegel erst mal rasant an - bis die Insulin Ausschüttung
erfolgt und der Zucker abgebaut wird.
Der Knackpunkt bei der Energiegewinnung durch Zucker ist aber, dass
das Energiepotential Initial (anfangs) sehr rasant ansteigt - mit
dem Insulin dann aber ähnlich schnell wieder fällt - und zwar fällt
der Blutzuckerspiegel dann i.d.R. UNTER den Ausgangswert - der Grund
für z.B. die Müdigkeit.
Insulin, ein Hormon, welches hauptsächlich unsere Zellen mit
Energie versorgt, wird, wie die meisten wissen, nach Bedarf aus der
Bauchspeicheldrüse ins Blut ausgeschüttet. Als Energiespender
dient dazu in erster Linie Glucose oder das mit der Ernährung
aufgenommene Fett. Insulin bringt Glucose und Fett zu den Zellen und
in die Zellen. Entsteht ein Überangebot an Glucose oder Fett, dann
werden damit die Fettspeicher im Körper gefüllt, denn eine Regel
des menschlichen Stoffwechsels besagt: "Nichts darf
verkommen". Die Gene in unseren Körperzellen haben über
Jahrmillionen gelernt, auf diese Weise Hungersnöten und anderen
Formen der Entbehrung vorzubeugen. Daraus ergibt sich eine einfache
Rechnung: Viel Insulin plus viel Glucose und Fett ergibt volle
Fettspeicher und bei häufiger Wiederholung bleiben diese auf Dauer
bestehen und wachsen ständig weiter.
Insulin wird deshalb auch als ein anaboles, das heißt aufbauendes,
Hormon bezeichnet. Es befördert die Glucose zu den Zellen, wo sie
als Energielieferant benötigt wird. Ohne ausreichend Insulin gibt
es zum Beispiel auch keinen Muskelzuwachs nach einem Training.
Deshalb ist auch so wichtig einen Kohlehydratreichen Drink nach dem
Training zu sich zu nehmen um eben diesen Effekt auszunützen. Eiweiß
hingegen hat nach dem Training so gut wie keine Wirkung da noch kein
Bedarf an Protein zum Muskelaufbau gegeben ist, sondern erst mal
Energie zur Regeneration notwendig ist.
Wie wir nun Festgestellt haben ist Insulin in unserer Ernährung ein
sehr wichtiges Hormon, dessen Spiegel wir konstant halten sollten.
Kohlenhydrate oder Zucker fördern eine Ausschüttung des Insulins,
und sollten deshalb in einer Diät reduziert werden. Fett dagegen
sorgt für einen dazu relativ gleichmäßigen Ausstoß von Insulin.
Darum kann der Fettgehalt auch gesteigert werden. Allerdings ist
eine rein auf Fett aufgebaute Ernährung wie die Ketogene oder
Anabole Diät eine zu große Belastung für den Körper.
Ein Sprichwort gilt: Fette verbrennen im Feuer der Kohlenhydrate.
Also sollte man bei einer Diät eine Aufteilung von 40%
Kohlenhydrate, 30% Fett und 30% Eiweiß verfolgen. Die hohe Aufnahme
an Eiweiß ist damit zu erklären das man bei einer gesenkten
Kalorienaufnahme sonst nicht das benötigte Protein zur
Aufrechterhaltung der Muskulatur erhält. Dies ist auch ein
wichtiger Faktor der meist nicht berücksichtigt wird.
Der Körper braucht eine bestimmte Menge an Protein um die
Muskulatur zu erhalten. Diese Menge liegt in einer Diät bei 1g
Protein pro Kg Körpergewicht und nicht mehr!!
Bei der Gewichtzunahme oder beim Muskelaufbau sollte die Aufteilung
etwas anders aufgebaut sein. Hier zielt die Ernährung auf eine höhere
Kalorienaufnahme. Hier sollte nun die Wirkung des Insulins ausgenützt
werden, natürlich in einem begrenzten Rahmen, und die Ernährung
mehr auf die Einnahme von Kohlenhydraten aufgebaut sein. Eine
Aufteilung von 60% Kohlenhydrate, 20% Fett und 20% Eiweiß sollte
hier eine Richtlinie sein. Beim Aufbau von Muskelmasse ist aber nun
zu beachten das etwa 1,5g Eiweiß pro Kg Körpergewicht aufgenommen
werden sollten. Auch ist es ab einer gewissen Kalorienmenge fast
nicht mehr möglich seine Kalorienaufnahme mit dieser Aufteilung und
der daraus resultierenden Menge von Kohlenhydraten zu bewältigen.
Auch hier kann wieder die Eigenschaft des Fettes bezüglich seiner
größeren Energiebereitstellung genützt werden und der Anteil in
der Nahrung erhöht werden.
Wie viel Kalorien benötigt ein Mensch nun?
Diese Formel errechnet den Grundbedarf eines durchschnittlichen
Erwachsenen.
Körpergewicht * 24
+
Art der Tätigkeit
- sehr leichte Tätigkeit (Student, lesen etc.) + 20%
- leicht (Sekretärin, Fahrer etc.) + 30%
- mittel (Hausarbeit, Gartenarbeit, Fliessband etc.) + 50%
- schwer (Hilfsarbeit, Sportlehrer etc.) + 75%
- sehr schwer (Bauarbeiter, Möbelpacker etc.) + 100%
= Summe + 10% Aufschlag (Verdauungsverlust)
Um jetzt Muskelmasse aufzubauen muss man natürlich die Kalorien über
den Grundbedarf eines Menschen erhöhen. Das Gegenteil gilt bei der
Gewichtsreduktion. Grundsätzlich kann würde ich den Bedarf um ca.
300 Kcal pro Tag erhöhen um Masse aufzubauen. Dies ist aber nur ein
Vorschlag der von Person zu Person zu verschiedenen Auswirkungen
haben kann. Bei manchen wird man so gut wie keinen Aufbau
feststellen, dann sollte man die Kcal erhöhen. Bei manchen wird
dies ziemlich genau passen, und bei der dritten Gruppe kann auch
dies bereits zu einem zu hohen Fettaufbau führen. In diesem Fall
werden die Kcal gesenkt.
Man sollte aber beim Masseaufbau immer einen gewissen Anteil an Fett
einkalkulieren um auf Nummer sicher zu gehen. Dieses Fett kann durch
die dann größere Muskelmasse relativ leicht abgebaut werden.
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