Muskelfasertest - Background
Jeder Mensch ist anders veranlagt. Was bei einem Athleten
funktioniert muss nicht zwangsläufig ideal für einen anderen sein. Wie sich
leider bei Versuchen mit dem Super Slow Programm rausstellte gab es einige
Leute die trotz genauer Beachtung der Vorgaben nicht die gewünschten Ergebnisse
erzielten.
Statt jedoch sich damit abzufinden, dass dieses Programm nicht
für jeden klappen kann war der logische Schritt zu erforschen, welche
Muskelfaserzusammensetzung die betreffenden Athleten haben.
Zunächst muss ich jedoch einmal die zwei Haupttypen von
Muskelfasern kurz erklären.
1. slow twitch fibers
Diese Muskelfasern sind langsam und ausdauernd. Aus diesem Grunde werden
diese Muskelfasern bei Ausdauersportarten vom Körper eingesetzt.
2. fast twitch fibers
Diese Muskelfasern sind schnell und haben nur wenig Ausdauer. Dadurch das
sie große Spannungen aufbauen können, sind dieses die Muskelfasern die beim
Krafttraining benötigt werden.
Die Verteilung des Anteils an Muskelfasern vom
Typ 1 und Typ 2 sind genetisch vorbestimmt. Ausdauerathleten der Spitzenklasse
haben einen hohen Anteil (mitunter bis zu 80%) an slow twitch fibers - bei
Kraftsportathleten der Spitzenklasse ist dieses Verhältnis genau umgekehrt
zugunsten der fast twitch fibers. Dieses ist wie bereits erwähnt genetisch
vorbestimmt. Das Verhältnis kann nicht durch Training geändert werden.
Beim Krafttraining setzt der Körper primär fast twitch fibers ein. Deswegen ist eine
tiefergehende Befassung mit dem slow twitch
fibers hier unnötig. Entweder man hat sehr viele Fasern vom Typ 2 und kann
dementsprechend viel Muskelmasse aufbauen oder auch nicht. Auf die
Trainingsplanung hat dieses keinen Einfluss.
Das wirklich interessante ist jedoch, dass man
fast twitch fibers in drei Untergruppen unterteilen kann. Genau wie bei der
Verteilung Typ 1 - Typ 2 gibt es hier auch unterschiedliche genetische
Veranlagungen.
Typ 2a: schnell zuckend und ermüdungsresistent
Typ 2b: sehr schnell zuckend und schnell ermüdend
Typ 2c: dieser Typ von Muskelfasern kann je nach Anforderung wie Typ 1 oder Typ
2 reagieren.
Typ 2b ist von diesen 3 Untertypen die Art von
Muskelfasern die aufgrund ihrer Spezifität am meisten Kraft (die höchste
Spannung) entwickeln kann. Jedoch ermüdet diese Art von Muskelfasern auch sehr
schnell.
Muskelfasern arbeiten nach dem "alles
oder nichts" Prinzip. Muskelfasern kontrahieren (ziehen sich zusammen)
immer mit maximaler Kraft. Es ist die Anzahl der Fasern die kontrahiert die
über die entwickelte Kraft entscheidet. Wenn eine maximale Anzahl von
Muskelfasern gleichzeitig aktiviert wird, kommt es zu einem maximalen
Kraftoutput.
Wenn man einen Muskel trainiert, werden immer
wieder ermüdete Muskelfasern durch noch frische ersetzt. Die ermüdeten
Muskelfasern erholen sich zwischenzeitlich und werden zu einem späteren
Zeitpunkt wieder neu eingesetzt. Dieser Kreislauf wiederholt sich immer wieder,
bis nicht mehr genug Muskelfasern zur Verfügung stehen um die benötigte
Spannung aufzubauen. Dieses ist der Punkt an dem der Muskel versagt.
Dementsprechend können Athleten mit mit einem
hohen Anteil an Muskelfasern vom Typ 2b eine sehr hohe Maximalkraft erreichen.
Jedoch haben sie eine nicht so lang anhaltende Kraftausdauer. Athleten mit einer
Mehrheit von Typ 2a und Typ 2c Muskelfasern können wiederum weniger
Maximalkraft aufbauen, jedoch habe eine längere Kraftausdauer.
Und hier wird der Sinn des Muskelfasertests klar.
Da ein Training immer spezifisch sein muss um maximale Ergebnisse zu erbringen,
ist eine Untersuchung auf die individuelle Zusammensetzung der fast twitch
fibers unumgänglich.
Die bisherigen Versuche bei 80% Maximalkraft
ergaben folgendes Ergebnis:
Von 10 untersuchte Athleten gehören...
2 zur Kraftgruppe mit 40-60 Sekunden Ausdauer
7 zur Normalgruppe mit 60-90 Sekunden Ausdauer
1 zur Ausdauergruppe mit 90-120 Sekunden Ausdauer
Daraus ergibt sich, dass 7 mit den Vorgaben vom
Super Slow Programm bisher weitgehend gut bedient waren, jedoch bei 3 Athleten
dringender Optimierungsbedarf bestand.
Um Missverständnissen vorzubeugen - jeder
sollte diesen Test durchführen!
Dieser Test bezieht sich einzig und alleine auf fast twitch fibers. Wenn man ein
guter Ausdauerathlet mit vielen Muskelfasern vom Typ 1 ist, sagt dieses noch
lange nichts über die Zusammensetzung der Typ 2 Fasern aus!
-
Muskelfasertest
- der berühmt berüchtigte Muskelfasertest, zum
bestimmen der optimalen Wiederholungszahl.
Weitere Informationen zum Thema Training:
-
Colorado Experiment
- 29kg Muskelaufbau in 28 Tagen, die Dokumentation
eines wohl einmaligen Rekords aus dem Jahre 1971
-
HIT
- alles über HIT aus erster Hand
-
HIT
Grundlagen - für ein tieferes Verständnis
-
HIT Trainingsplan
- ein HIT Trainingsplan mit dem Sie wirklich rasant
Muskelmasse aufbauen können
-
HIT Beispielplan
- nichts erklärt besser als konkrete Beispiele. Die
Ergänzung zum HIT Trainingsplan.
-
Trainingspläne - verschiedene
Trainingspläne
-
Volumentraining -
Informationen über das klassische Volumentraining.